Burg Wendelstein Vacha
Stadtmuseum & Puppensammlung

Sehenswürdigkeiten in Vacha

Rathaus, die Widmarckt

Das stattliche Gebäude am Markt ist einer der bedeutendsten Fachwerkbauten der Renaissance im hessisch-fränkischen Fachwerkstil. 1613/14 wurde die Widmarckt vom hessischen Amtmann Caspar von Widmarckter erbaut. 1601 hatte er die Stelle als Amtmann von Vacha und Frauensee vom Landgraf von Hessen-Kassel erhalten. 1611 erhielt er die Burgsitzrechte für sein Haus am südöstlichen Markt. In der Folgezeit erwarb er die beiden Nachbarhäuser und beauftragte den Zimmermeister Hans Weber aus Hersfeld mit dem Bau. Nach dem Tod ihres Ehemanns 1621 erweiterte Victoria von Widmarckter den Besitz erheblich und wirkte als Wohltäterin für die Stadt Vacha. Ihr zu Ehren ist an mehreren Füllbrettern die Inschrift "Vivat Victoria", es lebe Victoria, eingeschnitten.
1909 erwarb die Stadt Vacha das Gebäude um es als Rathaus zu nutzen. Das mittelalterliche Rathaus stand bis 1906 direkt nördlich der Widmarckt. 1911 zog die Stadtverwaltung in das Gebäude ein. Aktuell wird die Widmarckt umfangreich saniert.

Rathaus Widmarckt Vacha
Widmarckt Erker
Widmarckt Portal


Widmarckt Füllbrett 1613


Vitusbrunnen

Die als römischer Ritter gekleidete Brunnenfigur symbolisiert die Marktgerechtigkeit der Stadt. Auf dem Wappenschild mit der Jahreszahl der Erbauung 1613 ist das Martyrium des Stadtheiligen Vitus, in Vacha liebevoll "Vietche im Töpfche" genannt, dargestellt.

Vitusbrunnen Vacha

 

Brunnenfigur Vacha


Fachwerk

Vacha liegt an der Deutschen Fachwerkstraße und beherbergt zahlreiche Fachwerkbauten, von Ständerbauten des 15. Jahrhunderts bis zu Jugendstil-Fachwerk aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Vacha liegt im Grenzgebiet zwischen Hessen, Franken und Thüringen was sich in den Stilformen und Schnitzereien der Fachwerkhäuser zeigt. Ebenso gibt es Einflüsse aus dem niedersächsischen Fachwerk.
In den letzten 25 Jahren gingen leider einige bedeutende Fachwerkhäuser durch Abriss verloren, wie der 1474 erbaute Ständerbau Markt 12, andere stehen noch leer und harren einer Sanierung.

Einhorn-Apotheke am Markt
Knusperhäuschen Vacha
Fachwerkhaus in der Bachgasse


Alte Münze

Mit der Münze hat sich an der Westseite des Marktes ein Steinbau erhalten, dessen Ursprünge wohl bis ins 12. Jh. zurückreichen. Das älteste datierbare Bauteil im Keller gehört in diese Zeit. Das aufgehende Mauerwerk weist ins späte Mittelalter.
Im 13. Jh. war Vacha Nebenmünzstätte der Reichsabtei Fulda. Um 1250/60 wurden hier Brakteaten hergestellt.
Von Vächer Were (Währung) ist 1342 erstmals die Rede. Ein von Fulda erteiltes Münzmandat für seine Münzmeister in Vacha und Hammelburg spricht 1400 vom Schlagen neuer großer und kleiner Pfennige.
1907 erfolgte die Umgestaltung der Marktfassade und die Nutzung als Geschäftshaus.

Alte Münze Vacha um 1890
Alte Münze Vacha


Kemenate

Die Kemenate geht vermutlich auf eine bereits im 13. Jh. erwähnte fuldische Pfalz zurück. Seit dem ausgehenden Mittelalter wandelte sich die Kemenate zu einem Adelssitz verschiedener Familien, die häufig den fuldischen Amtmann von Vacha stellten. Auf den bis ins 12. Jh. zurückreichenden Kellern wurde 1621 das heutige Hauptgebäude durch Kaspar von Berlepsch errichtet. Das Hintergebäude stammt aus dem Jahr 1572.
Im 19. Jh. beherbergte die Kemenate die Thurn- und Taxis´sche Posthalterei und um 1900 eine Gaststätte. 1919 kaufte die Stadt Vacha das Anwesen und brachte dort das neugegründete Gymnasium unter. Seit 2018 befindet sich hier die Stadtbibliothek Vacha.

Kemenate Vacha
Besitzerfamilien der Kemenate

Besitzerfamilien der Kemenate als Sohn- und Tochterlehen der Reichsabtei Fulda

Eckpfosten Kemenate Vacha
Detail Fachwerk Kemenate Vacha


Johanneskirche

Die Johanneskirche entstand 1821-24 unter Erhaltung des romanisch-gotischen Turms der alten Vitus-Kirche. Der Vorgängerbau bestand aus einem niedrigen Kirchenschiff und einem ab 1365 angebauten hohen gotischen Chor. Durch die Zweckentfremdung als Lazarett, Stallung usw. im Siebenjährigen Krieg und während der französischen Durchzüge 1806-1813 war die alte Kirche baufällig geworden. Man entschied sich für den Neubau des Kirchenschiffs, das als schlichter Zentralbau nach der Lehre der Reformierten Kirche ausgeführt wurde.

Johanneskirche Vacha


Turm Johanneskirche Vacha

Stadtbefestigung

Im 12. Jahrhundert begann der Bau der Stadtbefestigung. Um 1260 ließ der Fuldaer Abt Heinrich IV. von Erthal die Stadtmauer erweitern, in diesem Zusammenhang wurde die Burg in die Stadtbefestigung einbezogen. 1817 begann der Abbruch der Befestigungsanlagen. Die Wälle und Gräben wurden eingeebnet und die beiden hohen Tortürme des Ober- und Untertores abgebrochen. Drei Rundtürme sind bis heute in voller Höhe erhalten geblieben. Im Nordosten der Burgturm, im Südosten der Storchenturm und im Westen ein niedrigerer Turm im Stadtgraben. Die Stadtmauer hat sich rund um die Altstadt in kleineren und größeren zum Teil überbauten Reststücken erhalten.

Vacha Blick von Süden über die Altstadt
Storchenturm aus dem 15. Jh.

Storchenturm, erbaut im 15. Jh.

Klosterkirche

1368 wurde das Servitenkloster von Mariengart nach Vacha verlegt. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und die Kirche fortan an Friedhofskirche genutzt. In der Kirche können die Besucher historische Grabplatten und Wandmalerein mit dem Leben Mariens aus dem 15. Jh. bewundern.


Untertor

Untertor Vacha


Steinernes Haus (Untertor 8)

Um 1836 durch den Kaufmann Georg R. Pfaff erbaut, war es eines der ersten Privathäuser der Stadt mit einer Fassade aus Stein.

Steinernes Haus Untertor Vacha


Hirtenhaus (Untertor 5)

Um 1620 im gleichen Stil wie die Widmarckt, die Kemenate und das alte Rathaus erbaut, diente das Gebäude bis zum Verkauf durch die Stadt im Jahr 1868 als städtisches Hirtenhaus. Seit etwa 30 Jahren steht das kleine aber durchaus nicht unbedeutende Haus leer. Der Denkmalschutz konnte einen geplanten Abriss verhindern, in den nächsten Jahren soll es durch die Stadt gesichert und anschließend verkauft werden.

Hirtenhaus Untertor 5 Vacha


Schulstraße

Schulstraße Vacha

Bürgerschule (Schulstraße 9)

1866-68 als Bürgerschule erbaut, heute Vitus-Grundschule.

Grundschule Vacha


Werrabrücke "Brücke der Einheit"


Blick vom Kirchturm über den Markt

Marktplatz Vacha vom Kirchturm


Vom Burgturm zur Kemenate

Blick über die Dächer vom Burgturm